Reise ohne Landkarten Audible – Paydayloansnsi.co.uk


Reise ohne Landkarten Was veranlasst einen erfolgreichen Schriftsteller, eine Fu reise durch den Urwald zu unternehmen, und ausgerechnet durch Liberia, dem einzigen afrikanischen Land das zur Zeit der Reise 1935 keine Kolonie mehr war, sondern der erste von freien Schwarzen selbstverwaltete Staat des ganzen Kontinents Reiste Greene auf den Spuren von Joseph Conrad, Mungo Pak, Rimbaud, oder war er von den zynischen Afrika Beschreibungen von Louis Ferdinand C line beeindruckt, dessen Buch Reise ans Ende der Nacht 1932 erschienen war Hatte er von Andre Gide geh rt, der genau 10 Jahre vor Greene eine hnliche Reise unternommen hatte Gide s Reisebericht KONGO und TSCHAD erschien 1929 M glich, dass Greene dieses Buch gelesen hat.Es gibt auch viele hnlichkeiten in beiden Berichten, sowohl was die Charaktere der beiden Autoren betrifft, wie auch ihre weltoffene Haltung gegen ber den Menschen die sie trafen und ihrer Kultur hnlich wie Gide reist auch Greene mit gro em Gefolge.Es war eine Expedition mit 30 einheimischen Tr gern die einiges zu tragen hatten eine Badewanne, Decken, einen Klapptisch, Moskitonetze, Kisten mit Nahrungsmittel, vor allem Whisky, zwei Betten, Sessel, eine Geldkiste voll mit M nzen, eine H ngematte.Von den Tr gern hatte jeder nur ein schmales K fferchen bei sich f r die lange Reise, es waren eher schw chliche M nner aus verschiedenen St mmen, was, zusammen mit den Beschwernissen der Reise, oft zu Auseinandersetzungen innerhalb der Truppe, wie auch gegen ber Greene f hrte Das Zusammenleben mit diesen Menschen brachte aber auch neue Eindr cke, die Greene einf hlsam beschreibt wie folgt Es war die Nacht des Vollmondes Sie die Tr ger hatten sehr wenig zu essen, sie hatten nichts zu trinken, aber der Mond und sein tiefgr ner Anblick machten sie gl cklich Bis sp t in die Nach hinein war das Dorf voller Gesang und Gel chter und hin und her rennender F e Sie waren geradezu verr ckt vor Freude auf dieser kleinen mondbestrahlten Lichtung Ich konnte sie nur beneiden Wir, die Zivilisierten, hatten den Kontakt zum wirklich Einfluss des Mondes verloren F r uns hie das nichts weiter als befangene Gef hligkeit Sie hatten diese gedankenlose Flutwelle, die sie zur Freude sp lte Auch in k nstlerischer Hinsicht ist Greene fasziniert, wenn er die Stoffe betrachtet die H uptlinge vom Stamm der Buzie tragen Ihre Muster besa en Stil und Klasse, nur hatten dieser Stil und diese Klasse eine andere Quelle als bei uns Sie kamen aus einem tieferen Grunde und hatten nicht diesen jahrhundertealten Stich ins gezwungen K nstlerische Greene stellt sich bei manchen Gelegenheiten vor, wie Afrika sein k nnte, wenn es sich selbst berlassen w re und aus Europa nur das n hme, was es versch nerte.Interessant ist auch, wie sich in den abgeschiedensten D rfern im Busch Weltnachrichten verbreiteten Ein Stamm wollte die M nzen mit dem Kopf K nigin Viktorias darauf nicht mehr als Bezahlung annehmen Sie dachten wohl, mit dem Tod der K nigin w re auch die W hrung nichts mehr wert.Greene entwickelt im Zuge dieser Reise zunehmend Verst ndnis und Empathie f r diese Menschen Diese kleinen tapferen Gemeinschaften, die dort oberhalb der Waldesw ste vor sich hin vegetierten, eingepfercht zwischen einer Sonne, die zu grausam war, um unter ihr arbeiten zu k nnen, und einer Dunkelheit voller b ser Geister Liebe war ein Arm um die Schulter, eine verkrampfte Umarmung im Rauch, Wohlstand ein kleiner Haufen Palmn sse, das Alter Beschwerden und Lepra, die Religion ein paar Steine im Dorfzentrum wo die verstorbenen H uptlinge begraben waren, und ein maskierter Mann in einem Bastr ckchen, der bei Begr bnissen tanzte Und bei dem allem die Freundlichkeit Fremden gegen ber, das Ausma ihrer Anmut und die Unmittelbarkeit ihrer ngste Ihr Gel chter und ihre Fr hlichkeit schienen die tapfersten Dinge in der ganzen Natur zu sein.Aus literarischer Sicht macht dieses Buch den Eindruck, dass diverse Reisenotizen manchmal allzu rasch und bergangslos aneinandergereiht worden sind Aber das ist bei einem derart produktiven Autor wie Greene entschuldbar.Von dem oben genannten Buch von Andre Gide, KONGO und TSCHAD, gab es brigens vor ein paar Jahren eine Neuauflage Ach bei sind zur Zeit dieser Rezension noch 2 Exemplare erh ltlich Als Erg nzung zu Greene s Version w re nat rlich auch der Reisebericht seiner Nichte Barbara Greene interessant, die diese Reise mitmachte, aber im Buch kaum vorkommt Ihr Bericht ist unter dem Titel Im Hinterland im Handel erh ltlich. Im Januarreiste Graham Greene von Liverpool aus nach Westafrika, um auf dem Fu weg Liberia zu durchqueren Europa hatte er nie zuvor verlassen, und er gab unumwunden zu, ein absoluter Amateur in Sachen Reisen zu sein Er hielt es f r das Beste, im benachbarten Sierra Leone Tr ger und F hrer anzuheuern, mit dem Zug bis zum Ende der Eisenbahnlinie in Pendembu zu reisen und von dort zur liberianischen Grenze zu marschieren Aber schon als es gilt, die genaue Route festzulegen, gibt es Probleme Greene kann nur zwei Landkarten auftreiben, auf denen Liberia berhaupt verzeichnet ist Auf der einen Karte, angefertigt vom britischen Generalstab, findet sich anstelle von Liberia ein gro er wei er Fleck Die andere Karte wurde vom Kriegsministerium der Vereinigten Staaten herausgegeben Dort, wo die englische Karte sich damit begn gt, einen Fleck zu zeigen, steht bei den Amerikanern in fetten Buchstaben das Wort Kannibalen Graham Greenes Bericht ber seinen legend ren Fu marsch ins Herz der Finsternis liegt nun erstmals in vollst ndiger deutscher bersetzung vor Reise ohne Landkarten ist das Portr t eines Landes jenseits aller Zivilisation und die faszinierende Geschichte eines Mannes auf der Suche nach sich selbst


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